Zu viel Schlaf & Depression: Ursachen, Symptome, Folgen – kann zu viel Schlaf tödlich sein?

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Die meisten Menschen schlafen zu wenig und fühlen sich tagsüber erschöpft. Doch es gibt auch die andere Variante: zu viel Schlaf! Dieser kann aber ebenso schädlich sein und sogar das Risiko für Schlaganfälle erhöhen.

Ursachen und Symptome von zu viel Schlaf

Schlechte Nachrichten für alle, die gern lange schlafen: Zu viel Schlaf ist ungesund! Forscher der University of Cambridge haben in ihren Studien entdeckt, dass zu viel Schlaf schlecht für den Menschen ist und seine Gesundheit gefährdet. Sogar der Tod wird damit begünstigt!

Das Schlaganfallrisiko steigt um 46 Prozent an, das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sogar um bis zu 49 Prozent. Die Erhöhung des Risikos für Schlaganfälle lässt aufhorchen und steht völlig konträr zu den allgemeinen Annahmen über das vermeintlich gesunde lange Schlafen.

Schlechte Nachrichten für alle, die gern lange schlafen: Zu viel Schlaf ist ungesund!( Foto: Shutterstock-LightField Studios )

Schlechte Nachrichten für alle, die gern lange schlafen: Zu viel Schlaf ist ungesund!( Foto: Shutterstock-LightField Studios )

Lieber länger schlafen?

Generell gilt für alle Menschen, dass sie ausreichend schlafen sollten.

Das individuelle Schlafbedürfnis hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab:

  • Alter des Menschen
  • körperliche Beanspruchung
  • Stress
  • Gesundheitszustand
  • Geschlecht

Während die Alten noch darüber berichten, dass viel Schlaf gesund sei und dass auch das Mittagsschläfchen unbedingt zum Tagesablauf gehören müssen, sehen Forscher das ein wenig anders. Sie haben die Gefahren des vielen Schlafens entdeckt und in verschiedenen Studien belegt.

Wer jedoch dauerhaft zu wenig schläft, lebt ebenfalls nicht gesund und riskiert, dass das Immunsystem nicht mehr mitmacht. Aus verschiedenen Gründen kann es mit dem Schlafen nicht klappen, doch das ist noch kein Problem.

Denn:
Fehlender Schlaf lässt sich nachholen, wie auch der bedeutende Schlafforscher David. F. Dinges von der University of Pennsylvania herausgefunden hat. Allerdings reicht es nicht, nach einer langen Zeit mit zu wenig Schlaf eine Nacht länger zu ruhen. Der Körper gewinnt seine volle Leistungsfähigkeit erst wieder, wenn er mehrere Nächte lang die Gelegenheit dazu hatte, Schlaf nachzuholen.

Ursachen für zu langen Schlaf

Wer sehr lange schläft und sich dennoch nicht fit fühlt, sondern eher mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu kämpfen hat, sollte seine Schlafqualität unter die Lupe nehmen. Es kann sein, dass diese schlecht ist und dass in der Nacht viele Aufwachphasen vorkommen.

Auch der Konsum von Alkohol oder Drogen kann die Schlafqualität negativ beeinflussen, denn diese Mittel verhindern, dass der Körper überhaupt in die Tiefschlafphase kommt. Das Einschlafen funktioniert gut, das Durchschlafen nicht. In der Folge kann die Schlafdauer auch zehn Stunden oder mehr betragen, ein Erholungseffekt tritt während dieser Zeit nicht ein.

Außerdem kann eine Schlafapnoe vorliegen. Diese sorgt dafür, dass der Betroffene in der Nacht kurzzeitig aufhört zu atmen, was zu einem Sauerstoffmangel führen kann. Das sorgt für einen schlechten Schlaf, auf den der Körper mit einer mangelnden Leistungsfähigkeit reagiert.

Durch alle diese Ursachen schläft der Mensch länger, weil der Körper versucht, die dringend nötige Erholung zu bekommen. Durch den schlechten Schlaf funktioniert das aber nicht, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sowie die übrigen negativen Auswirkungen des Schlafmangels bleiben bestehen.

Zu viel Schlaf kann sich auf verschiedene Arten äußern. Zum einen fühlen sich die betroffenen Menschen oft wie erschlagen, sind müde und lustlos.( Foto: Shutterstock-Rido)

Zu viel Schlaf kann sich auf verschiedene Arten äußern. Zum einen fühlen sich die betroffenen Menschen oft wie erschlagen, sind müde und lustlos.( Foto: Shutterstock-Rido)

Kann man zu viel schlafen?

Ingo Fietze von der Berliner Charité (Schlafmedizinisches Zentrum) erklärt hingegen, dass niemand zu viel schlafen könne. Man könne aber zu lange im Bett liegen bleiben. Der Körper hole sich nur die Menge an Schlaf, die er auch braucht.

Dem pflichtet Schlafmediziner Young zu, der ebenfalls der Meinung ist, dass zu viel Schlaf nicht krank mache. Meist zeige sich damit aber eine andere Erkrankung. Normalerweise höre der Körper mit dem Schlafen auf, wenn er genügend Erholung bekommen habe.

Fietze ist der Meinung, dass 7,5 Stunden Schlaf optimal seien, höchstens sollte der Mensch neun Stunden schlafen. Ein Mittagsschlaf sei übrigens durchaus als Powernap erlaubt, er sollte dann aber nicht länger als 30 Minuten dauern.

Wie zeigt sich zu viel Schlaf?

Zu viel Schlaf kann sich auf verschiedene Arten äußern. Zum einen fühlen sich die betroffenen Menschen oft wie erschlagen, sind müde und lustlos. Sie können auch gereizt sein und keineswegs so gut gelaunt, wie man angesichts der Schlafmenge vermuten könnte.

Außerdem haben sie laut Forschungen ein größeres Risiko für einen Schlaganfall, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Zusätzlich kann es zu Rücken- und Kopfschmerzen kommen, viele Betroffene berichten über schmerzende Muskeln und Gelenke nach zu viel Schlaf.

Wer jedoch dauerhaft zu wenig schläft, lebt ebenfalls nicht gesund und riskiert, dass das Immunsystem nicht mehr mitmacht.  ( Foto: Shutterstock-  insta_photos)

Wer jedoch dauerhaft zu wenig schläft, lebt ebenfalls nicht gesund und riskiert, dass das Immunsystem nicht mehr mitmacht. ( Foto: Shutterstock- insta_photos)

Die Folgen von zu viel Schlaf

Menschen, die zu viel schlafen, haben noch weitere Risiken als die bisher genannten. Forscher bringen unter anderem die Entstehung dieser Erkrankungen mit zu viel Schlaf in Verbindung:

  • Diabetes
  • Depressionen
  • Alzheimer
  • Herz- und Gefäßerkrankungen

Das lange Liegen wird vor allem für übergewichtige Menschen beschwerlich und kann zu Muskel- und Gelenkschmerzen führen. Der Grund ist das hohe Gewicht, das meist viel zu lange auf eine Stelle des Körpers einwirkt.

Video: Welche Rolle spielt die Psyche bei Schlaf und Schlaflosigkeit?

Führt zu viel Schlaf zu Depressionen?

Ja, auch Depressionen sind durch zu viel Schlaf denkbar. Der Grund liegt darin, dass Menschen, die viel schlafen, viele REM-Phasen erleben. In diesen Schlafphasen werden vor allem die negativen und stressigen Eindrücke des Tages oder unangenehme Erlebnisse verarbeitet. Der Mensch schläft dann sehr fest und kann aus dieser Phase kaum erweckt werden.

Wer Nacht für Nacht viele solcher Phasen erlebt, wacht morgens nicht selten gereizt und schlecht gelaunt auf. Dies scheint unerklärbar und häufig wird versucht, dem Problem durch mehr Schlaf und Ruhe zu begegnen. Unbewusst wird es damit aber immer schlimmer und so können depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen entstehen.3

Kann zu viel Schlaf tödlich sein?

Dies ist ein zu starker Ausdruck für die Erhöhung des Schlaganfallrisikos. Dennoch: In einer chinesischen Studie fand der Forscher Dr. med. Xiaomin Zhang von der Huazhong Universität für Wissenschaft und Technologie in Wuhan (China) heraus, dass Menschen, die täglich mindestens 90 Minuten Mittagsschlaf halten, ihr Risiko für einen Schlaganfall um bis zu 25 Prozent erhöhen würden.

Verglichen wurde dies mit Menschen, die maximal 30 Minuten Mittagsschlaf gehalten hatten. An der Studie nahmen 31.750 Menschen teil, die ein durchschnittliches Alter von 62 Jahren aufwiesen. Sie hatte keine schweren Gesundheitsprobleme.

Insofern besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass zu viel Schlaf tödlich sein kann. Es geht hier nicht um den regelmäßigen Mittagsschlaf von bis zu 30 Minuten, dieser kann erholsam sein und wirkt sich nicht negativ aus. Es geht auch nicht um den üblichen Nachtschlaf von bis zu neun Stunden.

Ansonsten aber gilt:
Wer zu viel schläft, tut seinem Körper damit nichts Gutes und sollte in Zukunft versuchen, weniger zu schlafen. Allerdings sind die erhöhten Risiken für Schlaganfälle auch nicht ganz so gravierend wie befürchtet, denn sie liegen im Bereich von weniger als ein Prozent. Allerdings legen Studien nahe, dass das Risiko für Schlaganfälle mit der Schlafmenge steigt.

Daher:
Besser nicht zu viel schlafen und herausfinden, wie viel Schlaf wirklich gut ist. Das geht am einfachsten mit einem Schlaftagebuch. Auch moderne Smartwatches können den Schlaf per App überwachen und so feststellen, wann eine Tiefschlafphase ist und wie oft jemand nachts wach wird. Selbst eine Schlafapnoe lässt sich damit feststellen.

Video: Zu viel oder zu wenig Schlaf kann deinem Herz schaden!

Häufig gestellte Fragen zur Gesundheitsgefahr durch Schlafen

Kann zu viel Schlaf tödlich sein?

Forscher der University of Cambridge haben herausgefunden, dass ein regelmäßig zu langer Schlaf von mehr als acht Stunden schädlich sein kann. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt um bis zu 46 Prozent an. Außerdem sterben rund 20 Prozent der Menschen, die zu viel schlafen, früher.

Ist 11 Stunden Schlaf zu viel?

Ja, definitiv! Empfohlen wird eine tägliche Schlafdauer von sieben bis acht Stunden. Wer regelmäßig mehr als zehn Stunden schläft, gefährdet seine Gesundheit. Also ja, elf Stunden Schlaf pro Tag sind zu viel, die Ursache für das erhöhte Schlafbedürfnis sollte herausgefunden werden.

Was tun, wenn man zu viel geschlafen hat?

Wenn man zu viel geschlafen hat, kann man diesen nicht wieder durch ein Plus an Bewegung ausgleichen. Es ist wichtig, die Ursache für das erhöhte Schlafbedürfnis zu finden und abzustellen. Ein Schlaftagebuch kann dabei helfen. Es sollte kein Dauerzustand sein, dass man zu viel schläft, der Körper gewöhnt sich daran. Dabei ist zu viel Schlaf nicht unbedingt gut.

Zu viel Schlaf kann sich auf verschiedene Arten äußern.  ( Foto: Shutterstock-pathdoc)

Zu viel Schlaf kann sich auf verschiedene Arten äußern. ( Foto: Shutterstock-pathdoc)

Was passiert, wenn man zu lange wach ist?

Wer längere Zeit nicht ausreichend schläft oder zu lange wach ist, erhöht sein Risiko, an einer Infektionskrankheit zu erkranken. Der Grund: Das Immunsystem arbeitet schlechter bzw. weniger effektiv. Wer länger als eine Woche wach ist, muss mit Sehstörungen und Halluzinationen bis hin zu Psychosen rechnen.

Was passiert, wenn man den ganzen Tag nicht schläft?

Wer einen ganzen Tag lang nicht schläft, muss mit starken Konzentrationsschwächen rechnen. Der Zustand beim Autofahren ähnelt dem Fahren unter Alkoholeinfluss. Des Weiteren wird die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark herabgesetzt.

Nach einer Nacht ohne Schlaf können sich zwei Drittel der Menschen euphorisch fühlen, was an dem ausgebliebenen REM-Schlaf liegt. In diesem ist die Psyche stark mit negativen und stressigen Situationen befasst.

Wie gefährlich ist zu wenig Schlaf?

Zu wenig Schlaf kann krank machen und ist daher gefährlich. Er setzt das Immunsystem herab und macht den Körper anfälliger für Infektionen. Außerdem leiden Aufmerksamkeit und Konzentration, die Unfallgefahr steigt signifikant an. Forscher der University of Cambridge haben sogar herausgefunden, dass zu wenig Schlaf das Risiko für Schlaganfälle ansteigen lässt.

Wie lange ist man durchschnittlich wach?

Erwachsene sind durchschnittlich 17 Stunden wach, Kinder 14 und Neugeborene acht Stunden. Kinder und Babys unterbrechen die Wachphasen aber durch kleine Nickerchen. Der Mittagsschlaf der Erwachsene wird auf die durchschnittliche Schlafzeit von sieben Stunden pro Tag aufgerechnet.

Video: 3 Nächte wach – Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

Was passiert, wenn man drei Tage wach ist?

Schon nach zwei Tagen ohne Schlaf hat der Körper mehr als die Hälfte seiner Leistungsfähigkeit eingebüßt, danach sinkt diese rapide weiter ab. Gleichzeitig steigen Herzschlag und Blutdruck stark an. Die Merkfähigkeit ist herabgesetzt, der Mensch reagiert emotional und sehr gereizt. Bewegungen werden unkoordinierter, die Reaktionszeit verlängert sich deutlich.

Was macht Schlaflosigkeit mit dem Körper?

Schlaflosigkeit wirkt auf das vegetative Nervensystem und lässt Herzschlag und Blutdruck steigen. Das Immunsystem ist weniger leistungsfähig, die Merkfähigkeit und Konzentration lassen nach. Auch die Sinnesorgane arbeiten weniger intensiv. Das Risiko für Infekte und Schlaganfälle steigt stark an.

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Über den Autor

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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