Polnische Betreuungskräfte: Wertvolle Unterstützung – wenn sie legal beschäftigt wird

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Wer polnische Betreuungskräfte beschäftigen will, sollte unbedingt dafür sorgen, dass die Grenze zur Illegalität nicht überschritten wird. Wird die Vermittlung über eine Agentur vorgenommen, wird die Betreuung rechtssicher.

Polnische Betreuung: Hilfe im Alltag gesucht?

Immer mehr Menschen wollen nicht in ein Pflegeheim ziehen, wenn sie den Alltag in den eigenen vier Wänden nicht mehr ausreichend bestreiten können, gleichzeitig aber kein Angehöriger vor Ort ist, der die nötige Hilfe leisten kann. Polnische Betreuungskräfte hingegen können eine wertvolle Hilfe sein und sind in letzter Zeit gefragt wie nie.

Viele Menschen setzen auf die polnische Pflegekraft, die eine wertvolle Hilfe im Alltag ist und dafür sorgt, dass der Umzug in ein Pflegeheim so lange wie möglich hinausgezögert werden kann.

Wichtig ist, dass die Betreuung auf rechtlich sicheren Beinen steht und dass es bei den Helferinnen keine verbotene Einreise als Touristinnen vorliegt. Solche Fälle sind schon zur Genüge vorgekommen und bringen neben Ärger auch eine große finanzielle Belastung für denjenigen, der die Pflegeperson beschäftigt hat.

Polnische Betreuungskräfte übernehmen eine Vielzahl von Tätigkeiten, mit der sie die Pflegeperson unterstützen. Sie helfen bei der Körperpflege und beim An- und Ausziehen mit, gehen mit der Person spazieren und sind ein wichtiger Ansprechpartner, wenn die Person gern mit jemandem reden möchte.

Auch im Haushalt verrichten polnische Betreuungskräfte viele Arbeiten und sind eine Mischung aus Pflegekraft und Haushaltshilfe. Sie dürfen aber keine pflegemedizinischen Leistungen übernehmen. Dafür ist die Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes nötig, der zum Beispiel Medikamente verabreicht.

Insofern ist die Pflegeperson doppelt gut betreut und profitiert überdies davon, dass die polnische Pflegekraft mit im Haus oder in der Wohnung (im eigenen Zimmer) lebt. So ist auch dann ein Ansprechpartner vor Ort, wenn niemand nach dem Rechten sehen kann und es zu einem Notfall kommt.

Polnische Betreuungskräfte übernehmen eine Vielzahl von Tätigkeiten, mit der sie die Pflegeperson unterstützen. ( Foto: Shutterstock-_Alexander Raths)

Polnische Betreuungskräfte übernehmen eine Vielzahl von Tätigkeiten, mit der sie die Pflegeperson unterstützen. ( Foto: Shutterstock-_Alexander Raths)

Kosten für polnische Betreuungskräfte ( Video )

Auch die polnische Pflegekraft weiß inzwischen um ihren Wert und verkauft sich nicht mehr unter selbigem. Dumpinglöhne gehören der Vergangenheit an und sind Löhnen gewichen, die der hohen Verantwortung und wertvollen Hilfe bei der Betreuung gerecht werden. Auftraggeber können somit von Kosten zwischen 1.800 und 2.500 Euro ausgehen. Teilweise werden bis zu 3.000 Euro im Monat verlangt.

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für polnische Betreuungskräfte nicht. Der Grund: Ein normaler Pflegedienst würde einen Vertrag mit den Pflegekassen eingehen und müsste umfangreiche Dokumentationen über die erbrachten Leistungen bereitstellen. Außerdem haben die Pflegekräfte eine entsprechende Ausbildung vorzuweisen. Dann ist eine Abrechnung direkt mit der Pflegekasse möglich.

Werden nun polnische Betreuungskräfte engagiert, liegt meist keine solche Ausbildung vor, die Pflege oder Betreuung ist nur eingeschränkt möglich (keine Erbringung pflegemedizinischer Leistungen). Es gibt bisher noch keine Agentur in Osteuropa, die die Vermittlung der Pflegekräfte übernimmt und einen solchen Vertrag mit einer deutschen Pflegekasse abgeschlossen hat. Folglich müssen die Kosten durch den Auftraggeber getragen werden.

Die Kosten für die Betreuung durch eine polnische Pflegekraft können jedoch reduziert werden, wenn die Leistungen aus der Kurzzeit- und Verhinderungspflege bei einem bereits festgestellten Pflegegrad (ab Stufe 2) genutzt werden. Außerdem sind die Kosten steuerlich absetzbar, wenn auch nicht in voller Höhe.

Hier kommt das Ansetzen als außergewöhnliche Belastung ebenso infrage wie die Angabe als haushaltsnahe Dienstleistung. Wie üblich sind dann wenigstens 20 Prozent der tatsächlichen Kosten absetzbar.

Video: Pflegenotstand – Eine Chance für ausländische Pflegekräfte | Focus TV Reportage

Vermittlung: Polnische Betreuungskräfte finden

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, über die sich polnische Betreuungskräfte finden lassen. Zum einen gibt es in Deutschland verschiedene Agenturen, die mit Agenturen im Ausland kooperieren und die Vermittlung zur Betreuung von Pflegepersonen übernehmen.

Auch die Caritas steht als Ansprechpartner zur Verfügung und gibt Tipps und Hinweise dazu, wie p polnische Betreuungskräfte nach Deutschland kommen und rechtssicher beschäftigt werden können.

Die Vermittlung der polnischen Pflege kann auch über die Agentur für Arbeit stattfinden, wenn nicht das Entsendemodell genutzt wird, sondern wenn der Auftraggeber und damit der Suchende als Arbeitgeber auftritt.

Die Agentur im Ausland vermittelt eine polnische Pflegekraft über die Agentur in Deutschland.  ( Foto: Shutterstock-Konstantin Chagin)

Die Agentur im Ausland vermittelt eine polnische Pflegekraft über die Agentur in Deutschland. ( Foto: Shutterstock-Konstantin Chagin)

Agentur für polnische Betreuungskräfte: Bester Ansprechpartner für eine legale Beschäftigung

Die Agentur im Ausland vermittelt eine polnische Pflegekraft über die Agentur in Deutschland. Die deutsche Agentur ist Ansprechpartner für denjenigen, der die Hilfe zur Pflege beauftragen möchte.

Diese Agentur bekommt die polnische Pflegekraft von der Agentur in Polen gestellt. Der Vertrag über die zu erbringenden Leistungen wird mit der polnischen Agentur geschlossen. Der deutsche Partner hingegen übernimmt nur die reine Vermittlung und hat mit den Leistungen zur Pflege nichts zu tun!

Diese werden über den Arbeitgeber der Pflegekraft geregelt und in einem Vertrag mit dem deutschen Auftraggeber festgehalten. Die polnische Pflegekraft ist auch nur an die Weisungen ihrer Agentur gebunden.

Ohne Agentur polnische Betreuungskräfte finden

Wer ohne Agentur polnische Betreuungskräfte finden möchte, sollte sich unbedingt an die Agentur für Arbeit wenden. Dort gibt es die Arbeitgebernummer, die zusammen mit dem rechtsgültigen Arbeitsvertrag Voraussetzung für die Anstellung der Pflegekraft ist. Hier kommen auch die Bewerbungen an, die dem künftigen Arbeitgeber übermittelt werden und aus denen eine passende Person ausgewählt werden kann.

Übrigens findet sich dabei nicht immer gleich die ideale polnische Pflegekraft, denn ob die Chemie zwischen Pflegeperson und Pflegekraft stimmt, lässt sich schwer voraussagen.

Der Arbeitgeber muss sich überdies beim Finanzamt melden, denn dort wird er fortan mit seiner Betriebsstätte geführt und muss auf den Lohn der Pflegekraft Lohnsteuern entrichten. Die Anmeldung der Pflegekraft bei der Sozialversicherung ist ebenso nötig wie eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft, um die Unfallversicherung sicherzustellen. Auch eine Haftpflichtversicherung ist ggf. sinnvoll.

Soll die Pflege sichergestellt werden, ist die Hilfe einer Pflegekraft wichtig. ( Foto: Shutterstock- Pressmaster )

Soll die Pflege sichergestellt werden, ist die Hilfe einer Pflegekraft wichtig. ( Foto: Shutterstock- Pressmaster )

Polnische Pflegekraft privat gesucht

Soll die Pflege sichergestellt werden, ist die Hilfe einer Pflegekraft wichtig. Eine polnische Pflegekraft sollte jedoch nicht auf anderem Wege als über das Entsende- oder das Arbeitgebermodell beauftragt werden. Der Grund: Die Grenze zum Illegalen ist hier sehr schmal, weil oftmals eine Scheinselbstständigkeit vorliegt.

Eine polnische Pflegekraft kann dann zwar zur Pflege angestellt werden, sie ist aber nicht wirklich selbstständig. Für den deutschen Auftraggeber ist dies schwer nachvollziehbar und er ist am Ende der Leidtragende, weil eine nachgewiesene Scheinselbstständigkeit teils hohe Nachzahlungen für die Sozialversicherung nach sich zieht.

Ein Ausländer darf in Deutschland arbeiten, wenn er aus einem EU-Land kommt oder aus einem Mitgliedsstaat des EWR.  ( Foto: Shutterstock-Alexander Raths )

Ein Ausländer darf in Deutschland arbeiten, wenn er aus einem EU-Land kommt oder aus einem Mitgliedsstaat des EWR. ( Foto: Shutterstock-Alexander Raths )

FAQs zu Pflege durch polnische Betreuungskräfte

Wird eine polnische Pflegekraft von der Kasse bezahlt?

Nein, die polnische Pflegekraft wird nicht von der Kasse bezahlt. Möglich ist aber die Nutzung der Leistungen aus der Kurzzeitpflege sowie aus der Verhinderungspflege, sodass nur noch der Betrag selbst bezahlt werden muss, der diese Leistungen überschreitet. Dafür muss allerdings ein festgestellter Pflegegrad vorliegen.

Wann darf man als Ausländer in Deutschland arbeiten?

Ein Ausländer darf in Deutschland arbeiten, wenn er aus einem EU-Land kommt oder aus einem Mitgliedsstaat des EWR. Auch Bürger der Schweiz dürfen in Deutschland arbeiten. Wer aus einem anderen Land und damit aus einem Drittstaat kommt, muss hingegen einen entsprechenden Aufenthaltstitel vorweisen. Die Arbeitserlaubnis muss auf dem Visum vermerkt sein.

Was kosten ausländische Pflegekräfte?

Ausländische Pflegekräfte müssen wenigstens den Mindestlohn von aktuell 9,50 Euro pro Stunde erhalten, der ab dem 1. Juli 2021 auf 9,60 Euro angehoben werden soll. Generell kann von monatlichen Kosten zwischen 1.800 und 2.500 bis teilweise 3.000 Euro ausgegangen werden, wenn ausländische Pflegekräfte beschäftigt werden.

Kann ich eine Pflegekraft von der Steuer absetzen?

Die Pflegekraft kann als außergewöhnliche Belastung gesehen werden und ist entsprechend bei der Steuer abzusetzen. Ebenfalls möglich ist die Deklarierung als haushaltsnahe Dienstleistung. Als solche kann die Pflegekraft mit 20 Prozent der tatsächlichen Kosten angesetzt werden.

Welche Aufgaben erfüllt eine polnische Pflegekraft?

Die polnische Pflegekraft kann sowohl pflegerische als auch haushalterische Aufgaben übernehmen. Die Mithilfe beginnt beim An- und Ausziehen, geht über die Hilfe beim Waschen und allgemein bei der Körperpflege und reicht bis hin zur Unterhaltung, zur Begleitung bei Arztbesuchen und Spaziergängen und zum gemeinsamen Reden, Rätseln oder ähnlichen Tätigkeiten. Darüber hinaus ist die Mithilfe beim Führen des Haushalts, bei der Wäschepflege und beim Einkaufen gefragt.

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Über den Autor

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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