Vaskuläre Demenz: Symptome nach Schlaganfall lindern

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Menschen, bei denen eine vaskuläre Demenz diagnostiziert worden ist, profitieren im besonderen Maße von Spielen, bei denen die Hirnaktivität angeregt wird. Verschiedene Gesellschaftsspiele sind empfehlenswert.

Vaskuläre Demenz: Vergesslichkeit nach einem Hirnschlag ( Video)

Die Überschrift drückt ein häufiges medizinisches Problem leicht verständlich aus: Vaskuläre Demenz tritt häufig nach einem Schlaganfall auf. Betroffene leiden und die Angehörigen versuchen, die Beschwerden zu lindern bzw. die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Vor allem Spiele für Demenzkranke können helfen, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern, auch wenn sie nicht oder nur selten vollständig wiederhergestellt werden kann. Wichtig: Da die Lebenserwartung sinkt, sollte alles dafür getan werden, die Schwierigkeiten durch die Demenz zu verbessern.

Dabei stellt sich die Frage, was eine vaskuläre Demenz eigentlich ist. Es handelt sich dabei um eine Form der Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst wird. Die verschiedenen Arten der vaskulären Demenz werden durch die Art sowie durch den Ort der Hirnschädigung definiert.

Es kann sein, dass sich die Demenz nach vielen kleineren Schlaganfällen zeigt, möglich ist es aber auch, dass eine vaskuläre Demenz ohne vorherigen Schlaganfall auftritt. Es kann übrigens auch erst Demenz und dann Schlaganfall auftreten, das Risiko ist bei Demenzkranken ebenso hoch wie bei anderen Menschen.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass rund 0,3 Prozent der Bevölkerung Deutschlands unter vaskulärer Demenz leiden, das sind rund 250.000 Menschen. Die vaskuläre Demenz ist damit die am zweithäufigsten auftretende Form der Demenz. Meist zeigt sie sich erst im höheren Alter, das Risiko steigt mit dem Alter an. Der Grund dafür ist die nicht mehr ausreichende Durchblutung, zu der ältere Menschen eher als junge Leute neigen.

Es bilden sich Blutgerinnsel und Ablagerungen in den Gefäßen, sie lassen weniger Blut durch oder verstopfen sogar gänzlich. Dann gelangt nicht mehr ausreichend Blut in die einzelnen Gehirnbereiche, ein Hirnschlag kann auftreten.

Video: Was ist vaskuläre Demenz? | Stiftung Gesundheitswissen

Risiken, die zu vaskulärer Demenz im Besonderen beitragen

  1. Bluthochdruck
  2. starkes Übergewicht bis hin zu Fettleibigkeit
  3. Diabetes mellitus
  4. erhöhter Cholesterinspiegel
  5. Nikotin und Alkohol
  6. Depressionen

Auch Schlaganfälle erhöhen das Demenzrisiko. Wichtig: Die Lebenserwartung ist davon abhängig, wann die Diagnose „vaskuläre Demenz“ erfolgt und wie alt der Patient zu diesem Zeitpunkt ist. Außerdem hängt die Lebenserwartung vom Ausmaß der Demenz ab sowie von möglichen weiteren Erkrankungen, unter denen der Patient leidet.

Durchschnittlich leben Menschen nach diagnostizierter vaskulärer Demenz noch 1,4 bis 6 Jahre, manche haben eine höhere Lebenserwartung. Diese ist auch davon abhängig, wie mit der Diagnose umgegangen wird und welche Gegenmaßnahmen bis zum Endstadium unternommen werden. Die Aussagen zur Lebenserwartung müssen nicht endgültig sein!

Die Aktivitäten, die der vaskulären Demenz entgegensteuern sollen, hängen auch von den Symptomen ab, mit denen sich die Erkrankung bemerkbar macht.  ( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke )

Die Aktivitäten, die der vaskulären Demenz entgegensteuern sollen, hängen auch von den Symptomen ab, mit denen sich die Erkrankung bemerkbar macht. ( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke )

So zeigt sich vaskuläre Demenz ( Video)

Die Aktivitäten, die der vaskulären Demenz entgegensteuern sollen, hängen auch von den Symptomen ab, mit denen sich die Erkrankung bemerkbar macht. Nicht immer zeigt sich die vaskuläre Demenz zuerst in Gedächtnislücken, häufig hingegen ist eine Verlangsamung des Denkens festzustellen.

Betroffene können Gesprächen schlechter folgen und komplexe Aufgaben weniger gut lösen. Sie können sich nicht gut konzentrieren und haben eine geringe Aufmerksamkeitsspanne.

Darüber hinaus zeigen sich häufig diese Symptome:

  • Sprachprobleme
    Der Wortschatz ist eingeschränkt und der Betroffene hat Probleme, die richtigen Worte zu finden.
  • Verhaltensänderungen
    Es zeigen sich psychotische Symptome, Antriebsstörungen und Stimmungsschwankungen. Besonders zu beobachten ist auch eine zunehmende Teilnahmslosigkeit.
  • Bewegungsauffälligkeiten
    Betroffene entwickeln eine Unsicherheit im Gang und zeigen teilweise Gangstörungen. Sie stürzen häufiger.
  • Blasenprobleme
    Teilweise zeigt sich ein Kontrollverlust über die Blase, häufiger ist ein gesteigerter Drang zur Entleerung der Blase zu beobachten.

Nicht immer treten alle Symptome auf, außerdem sind sie in verschiedenem Ausmaß zu erkennen. Sie sind davon abhängig, welcher Bereich des Gehirns wie stark geschädigt worden ist. Zeigt sich die Kombination „erst Demenz und dann Schlaganfall“, können sich bereits vorliegende Symptome noch einmal deutlich verstärken. Teilweise werden sie dann überhaupt erst wahrgenommen, weil sie vorher als stillschweigende Alltagsbegleiter akzeptiert worden sind.

Die Symptome steigern sich in der Regel, denn vaskuläre Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung. Die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen nehmen weiter ab, oft sind tagesformabhängige Schwankungen erkennbar. Mit den richtigen Aktivitäten lassen sich die Symptome aber in aller Regel lindern, oft auch sehr deutlich verbessern.

Video: Vaskuläre Demenz: Symptome, Risikofaktoren und Therapie

Aktiv bleiben! Vaskuläre Demenz durch Spiele verbessern

Nach einem Schlaganfall muss unbedingt die Reha stehen, wobei die Frühreha besonders wichtig ist. Je eher mit der Reha begonnen wird, desto besser sind die Chancen, die nach einem Hirnschlag geschädigten Bereiche regenerieren zu können.

In vielen Krankenhäusern wird daher bereits in der Stroke Unit mit ersten Maßnahmen zur Reha begonnen, was im Hinblick auf die Verhinderung der Ausbildung einer vaskulären Demenz gute Erfolge erzielt.

Doch auch danach, wenn der Patient nach Hause entlassen wird, muss seine Behandlung fortgeführt werden, auch wenn viele Betroffene über eine große Müdigkeit klagen, durch die sie sich kaum in der Lage fühlen, Aktivitäten zu folgen.

Doch gerade diese Aktivitäten sind dazu geeignet, den Betroffenen ins Leben zurückzuholen und dem Hirn dabei zu helfen, sich zu regenerieren. Zu den erwiesenermaßen idealen Aktivitäten zählen Spiele, die das Gedächtnistraining im Blick haben, ebenso wie Bewegung. Der alte Spruch „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ lässt sich hier anwenden.

Ist der Körper fit und wird durch die Bewegung besser durchblutet, profitiert auch das Gehirn davon. Müdigkeit verschwindet oder wird zumindest verbessert und so ist es ein Wechselspiel aus Aktivität, Anregung und Ruhe, was dem Patienten Besserung verschafft.

Geht es um Spiele zur Besserung der Hirnleistung und zur Bekämpfung der Symptome, die aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn aufgetreten sind, müssen verschiedene Übungen in den Fokus rücken:

  1. Training des Gedächtnisses
    Das Wissen, das noch vorhanden ist, muss gefestigt werden. Es geht darum, dieses Wissen zu behalten und nicht nach und nach zu verlieren.
  2. Verbesserung des Gedächtnisses
    Beim Training werden Gedächtnislücken geschlossen, die Übungen sind immer etwas anspruchsvoller und fordern etwas mehr, als der Patient mit Leichtigkeit geben kann.
  3. Forderung des Gedächtnisses
    Das Gedächtnis muss immer wieder trainiert und gefordert werden, es muss stetig wieder eingesetzt werden. Es kommt auf die Regelmäßigkeit an, lange Pausen sind zu vermeiden.

Bereits dann, wenn sich ein Betroffener mit etwas beschäftigt, wird sein Gedächtnis trainiert. Das gilt auch immer, egal, ob es sich um die vaskuläre Demenz im Anfangs- oder im Endstadium handelt. Spiele für Demenzkranke sollen zahlreiche Aufgaben erfüllen und bedenken die oben genannten drei Punkte.

Wichtig ist hierbei die Regelmäßigkeit: Patienten sollen nicht nur in der Therapie üben, sondern auch zu Hause!

Gruppenspiele sind ideal, denn diese machen den Betroffenen meist viel mehr Spaß und werden daher selbstverständlicher in den Alltag eingebaut. Sehr vorteilhaft sind überdies Übungen, die mit Bewegung kombiniert werden können, denn eine vaskuläre Demenz sollte immer auf das körperliche und das geistige Training ausgelegt sein. Wobei das körperliche Training hier nicht mit anstrengendem Sport verbunden sein soll!

Demente Personen gestehen sich oft nicht ein, dass etwas nicht stimmt.   ( Foto: Shutterstock- Alexander Raths )

Demente Personen gestehen sich oft nicht ein, dass etwas nicht stimmt. ( Foto: Shutterstock- Alexander Raths )

Welche Spiele sind bei der Therapie ideal?

Demente Personen gestehen sich oft nicht ein, dass etwas nicht stimmt. Sie versuchen, die Probleme zu kompensieren und werden gar noch ärgerlich, wenn sie von ihrem Umfeld auf häufiger werdende Fehler oder Gedächtnislücken hingewiesen werden. Damit bereits frühzeitig etwas unternommen werden kann, sind Spiele ideal.

Bemerken Angehörige die ersten Anzeichen der Demenz, können sie mit diesen Spielen bereits gegensteuern und müssen den Patienten nicht auf seine Probleme hinweisen oder ihm diese deutlich vor Augen führen. Besonders effektiv sind Kartenspiele, auch Würfelspiele und Spiele zur Verbesserung der Konzentration sind sehr gut geeignet, um die Probleme zu verbessern. Solche Spiele können sogar unterwegs bei einem Spaziergang oder bei der Fahrt zum Einkaufen untergebracht werden, denn auch Denksportaufgaben sind sehr hilfreich.

Wichtig: Die vielfach gepriesenen Kreuzworträtsel sind nicht das Allheilmittel! Wichtig sind auch andere Rätsel und Aufgaben, die sich sehr leicht in den Alltag einbauen lassen.

Wie wäre es denn mit einer Runde „Erinnere dich“, was eine Art Memory-Spiel darstellt und direkt auf Senioren angepasst ist. Durch die vorgelegten Bilder werden Senioren dazu angeregt, selbst etwas zu erzählen.

Ähnlich kann ein Spaziergang verlaufen, bei dem Bewegungsübungen und Erinnerungsspiele zusammengeführt werden. Warum sich nicht noch einmal die Natur erklären lassen? Sehr hilfreich im Hinblick auf die zu erzielende Verbesserung des Gedächtnisses sind zudem Spiele, bei denen Fragen zur Biografie beantwortet werden müssen.

Bemerken Angehörige die ersten Anzeichen der Demenz, können sie mit diesen Spielen bereits gegensteuern und müssen den Patienten nicht auf seine Probleme hinweisen oder ihm diese deutlich vor Augen führen.  ( Foto: Shutterstock-Alexander Raths )

Bemerken Angehörige die ersten Anzeichen der Demenz, können sie mit diesen Spielen bereits gegensteuern und müssen den Patienten nicht auf seine Probleme hinweisen oder ihm diese deutlich vor Augen führen. ( Foto: Shutterstock-Alexander Raths )

Diese Regeln gelten für die Beschäftigung bei vaskulärer Demenz

Wichtig ist, dass der Betroffene keine zusätzliche Frustration erlebt. Er sollte in der Lage sein, dem Spiel noch zu folgen und seiner Leistungsfähigkeit entsprechend gefordert werden.

Wer ständig überfordert wird, spielt wortwörtlich nicht mehr mit. Außerdem sollte dabei die aktuelle Tagesform im Blick behalten werden. Wer unter bleierner Müdigkeit leidet, wird kaum zu Spielen aufgelegt sein. Vor allem bei der Demenz im Endstadium kann es ein Glücksfall sein, einen passenden Moment zu erwischen, in dem das Spielen gelingt. Doch es lohnt sich für den Betroffenen, wenn sich Angehörige und Pfleger darauf einlassen und diesen Moment suchen.

Persönliche Vorlieben und Abneigungen sollten ebenfalls berücksichtigt werden, wenn vaskuläre Demenz mit Spielen verbessert werden soll. Nicht jedem macht alles Spaß. Im besten Fall kannten Sie den Menschen schon vor seiner Erkrankung und wissen daher, was ihm zeitlebens Spaß gemacht hat. Respektieren Sie dabei auch, wenn jemand ein Spiel nicht mitmachen möchte oder nur zuschauen will. Vielleicht sieht es am nächsten Tag schon ganz anders aus.

Möglicherweise macht dem Betroffenen ein Spiel sehr viel Spaß und schon am nächsten Tag möchte er nichts mehr davon wissen. Akzeptieren Sie das und richten Sie den Trainingsplan nach den Vorlieben und aktuellen Wünschen des Betroffenen aus. Wenn Sie gegen diese arbeiten, wird sich kein Erfolg einstellen.

Tipp: Fehler können und werden häufiger im Spiel auftreten. Tolerieren Sie das und schimpfen Sie nicht mit dem Patienten. Drängen Sie nicht auf ständige Wiederholungen „bis es klappt“, das führt nur zur Frustration und baldigen Verweigerung des Zusammenspiels.

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Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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