Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts: Was oft dahintersteckt und was man dagegen tun sollte

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Schmerzen im Knie sind nichts Ungewöhnliches und treten nicht zwingend nur im höheren Alter auf. Häufig zeigt sich damit auch die Kniearthrose. Eine schnelle Behandlung ist wichtig.

Knieschmerzen beim Treppensteigen: Wie kommt es dazu?

Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts treten häufig als Symptom einer Überlastung auf. Wer untrainiert mit dem Joggen beginnt, wird rasch Knieprobleme bekommen. Solange diese über Nacht aber wieder verschwinden, haben sie meist keine medizinische Relevanz.

Anders sieht es aus, wenn die Schmerzen dauerhaft sind und wenn eine Überlastung nicht infrage kommt. Infrage kommen auch ein Riss des hinteren Kreuzbandes, eine Entzündung des Schleimbeutels und eine Instabilität der Kniescheibe sowie Arthrose.

 Sind die Beschwerden abgeklungen, ist meist eine Physiotherapie angezeigt, damit Muskeln gestärkt werden und diese wiederum das Kniegelenk entlasten können. ( Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

Sind die Beschwerden abgeklungen, ist meist eine Physiotherapie angezeigt, damit Muskeln gestärkt werden und diese wiederum das Kniegelenk entlasten können. ( Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

Kniearthrose als Risiko

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2015 zeigt sich eine Kniearthrose am häufigsten mit Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts. Dieses Symptom ist das erste und häufig auch das einzige, das auf die Arthrose hinweist. Diese muss aber nicht im Zusammenhang mit dem Alter des Betreffenden stehen, sondern kann auch durch eine dauerhafte Überbeanspruchung und damit verbundene Entzündungen im Gelenkknorpel entstehen.

So haben häufig schon Jugendliche unter Schmerzen im Knie zu leiden, wenn sie zum Beispiel im Leistungssport aktiv waren und bereits seit frühester Kindheit großen Belastungen ausgesetzt waren. Bei der Kniearthrose wechseln sich schmerzfreie mit akutem Schmerzphasen ab, sodass es immer wieder Zeiten gibt, in denen das Kniegelenk nicht schmerzt.

Auf lange Sicht gesehen wird der Gelenkknorpel immer mehr geschädigt, am Ende reiben praktisch die blanken Knochen aufeinander. Die Knochenoberfläche wird immer stärker geschädigt, durch dauerhafte Entzündungen kann es überdies zur Knochenzubildung kommen. Im schlimmsten Fall kann das Gelenk durch eine dauerhafte Entzündung so stark geschädigt werden, dass ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden muss.

Für die NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) ist das Treppensteigen als Kriterium wichtig. ( Foto: Shutterstock-WAYHOME studio )

Für die NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) ist das Treppensteigen als Kriterium wichtig. ( Foto: Shutterstock-WAYHOME studio )

Ursachen für Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts

Ursächlich für Schmerzen im Knie beim Treppensteigen können zudem eine Instabilität der Patella (Kniescheibe) oder ein Riss des hinteren Kreuzbandes sein. Dieses verbindet Ober- und Unterschenkel miteinander und sorgt dafür, dass das Kniegelenk entlastet wird.

Das Kreuzband kann immer mehr geschwächt werden und schließlich reißen oder es passiert zum Beispiel durch eine ungewohnte Bewegung beim Sport. Diese Ruptur wird meist als „Ruck“ oder „Knall“ im Kniegelenk beschrieben und ist sehr schmerzhaft. Auch eine Bursitis, eine Schleimbeutelentzündung im Knie, kann Schmerzen verursachen.

Eine Bursitis entsteht zum Beispiel durch einen altersbedingten Verschleiß oder wird durch eine andere Grunderkrankung verursacht. So kann zum Beispiel Rheuma auch eine Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk auslösen. Der Facharzt für Rheumatologie ist der richtige Ansprechpartner, gegebenenfalls wird der Patient aus der Orthopädie an die Rheumatologie überwiesen.

Schmerzen im Knie werden vor allem konservativ behandelt. Das heißt, dass bei akuten Schmerzen im Knie Entlastung, Ruhigstellung und Kühlung im Vordergrund stehen.  ( Foto: Shutterstock- wavebreakmedia )

Schmerzen im Knie werden vor allem konservativ behandelt. Das heißt, dass bei akuten Schmerzen im Knie Entlastung, Ruhigstellung und Kühlung im Vordergrund stehen. ( Foto: Shutterstock- wavebreakmedia )

Ursachen für Schmerzen im Knie beim Treppensteigen abwärts

Der Knieschmerz beim Treppensteigen abwärts kann ebenfalls durch einen Riss des Kreuzbandes ausgelöst werden. Hierbei ist es jedoch das vordere Kreuzband, welches relevant ist. Im Test zeigt sich das sogenannte „Wackelknie“, das nicht mehr richtig funktioniert und als locker und ohne Halt empfunden wird.

Eine Fehlbildung der Kniescheibe kann ebenfalls zu Schmerzen im Knie führen. Des Weiteren wird das Treppensteigen beschwerlich, wenn sich die Kniescheibe verschiebt oder wenn diese verletzt ist. Arthrose und Bursitis sind beim Abwärtsgehen der Treppe ebenfalls typische Beschwerden.

Wichtig: Beim Treppensteigen muss das Knie als größtes Gelenk im menschlichen Körper Höchstleistungen vollbringen. Es muss sich aus der Beugung heraus strecken und das gesamte Körpergewicht nach oben stemmen bzw. abfangen. Unter Berücksichtigung dieses Aspekts wird auch klar, warum Übergewicht das Gelenk derart stark belastet.

Mögliche Therapieformen: Was hilft gegen Knieschmerzen beim Treppensteigen?

Schmerzen im Knie werden vor allem konservativ behandelt. Das heißt, dass bei akuten Schmerzen im Knie Entlastung, Ruhigstellung und Kühlung im Vordergrund stehen. Auch Kompressionsverbände oder Kniebandagen können helfen, das instabile Kniegelenk zu unterstützen. Bandagen werden meist noch über die eigentliche Schmerzbehandlung hinaus im Sport eingesetzt, damit das Knie vor zu großen Belastungen geschützt wird.

Reicht die Eigenbehandlung nicht aus und die Probleme scheinen chronischer Art zu sein, ist ärztliche Hilfe bei Schmerzen im Knie angezeigt. Der Facharzt für Orthopädie wird entzündungshemmende Medikamente verschreiben, wobei anfangs nicht-steroidale Antirheumatika zum Einsatz kommen. Diese wiederum wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Sind die Beschwerden abgeklungen, ist meist eine Physiotherapie angezeigt, damit Muskeln gestärkt werden und diese wiederum das Kniegelenk entlasten können.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen demnach:

  • Einnahme entzündungshemmender Medikamente
  • Anwendung schmerzstillender und entzündungshemmender Salben
  • Anwendung orthopädischer Hilfsmittel
  • Physiotherapie
  • Elektrotraining
  • Ultraschalltherapie

Teilweise wird Kortison direkt in das entzündete Gelenk gespritzt, damit die Entzündung zurückgedrängt wird. Das Kortison beseitigt allerdings nicht die Ursache der Schmerzen im Knie.

Liegt der Grund für die Entzündung in einer kurzzeitigen Überlastung, ist das Kortison in der Regel nicht nötig, hier heilt die Entzündung durch Ruhigstellung und Gabe von Entzündungshemmern meist ausreichend aus.

Es ist jedoch wichtig, diese Überlastung zu vermeiden und das Knie bei starker Belastung durch eine Bandage zusätzlich zu stützen.

Gleichzeitig muss die Muskulatur aufgebaut werden, damit das Kniegelenk sowie Sehnen und Bänder entlastet werden. Sind diese stark gefordert und müssen immer mehr als 100 Prozent geben, ist es verständlich, dass sie einem frühzeitigen Verschleiß unterliegen und sich bald Schmerzen im Knie zeigen.

Bei chronischen Knieschmerzen und einem bereits stark fortgeschrittenen Verschleiß kann eine Operation nötig werden, bei der ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wird. Dies ist jedoch der letzte Ausweg.

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2015 zeigt sich eine Kniearthrose am häufigsten mit Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts  ( Foto: Shutterstock-_HENADZI PECHAN )

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2015 zeigt sich eine Kniearthrose am häufigsten mit Schmerzen im Knie beim Treppensteigen aufwärts ( Foto: Shutterstock-_HENADZI PECHAN )

Schmerzen im Knie: Dauerhaft Abhilfe schaffen

Die Schmerzen zeigen sich nur beim Treppensteigen? Sind die Beschwerden persistent und verschwinden auch durch eine Behandlung nicht gänzlich, kann es eine Lösung sein, das Problem durch technische Hilfen oder einen Umzug aus der Welt zu schaffen und einfach zu umgehen.

Vorbild für die Lösungsfindung sind die Kriterien einer Barrierefreiheit bzw. einer Barrierearmut. Bei den entsprechenden Bau- und Umbaumaßnahmen werden Stufen und Treppen im Haus konsequent vermieden.

Möglich sind hier diese Varianten:

  • Einbau eines Aufzugs im Haus
  • Einbau eines Treppenlifts
  • Nutzung einer Rampe für Treppen im Eingangsbereich
  • Umzug in ein ebenerdiges Haus
  • Umzug in eine Wohnung, die bereits über Aufzug und/oder Treppenlift verfügt

Natürlich stehen jedoch die therapeutischen Maßnahmen an erster Stelle, zumal sich Schmerzen im Knie, die sich anfangs nur beim Treppensteigen gezeigt haben, oftmals ausweiten und später sogar in Ruhe spürbar sind.

Treppensteigen nach einem Schlaganfall: Risiken und was sich dagegen tun lässt

Das Treppensteigen kann nach einem Schlaganfall zum schier unlösbaren Problem werden. Eine tägliche Herausforderung, wie auch dieses Video zeigt:

Video: Treppe runter und Treppe hoch nach dem Schlaganfall 2013

Doch nicht nur, dass das Treppensteigen beschwerlich ist, weil die Nerven geschädigt wurden und sich der Körper nicht wie gewünscht bewegen lässt, kann es auch schnell zu weiteren Beschwerden kommen.

Nicht selten leiden Schlaganfallpatienten nach einem überstandenen Anfall unter einer Herzschwäche, die sich unterschiedlich deutlich zeigen kann. So eben auch beim Treppensteigen, wobei verschiedene Stufen der Erkrankung unterschieden werden.

Die NYHA-Klassifikation

Für die NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) ist das Treppensteigen als Kriterium wichtig.

Die Beschwerden, die sich dabei zeigen, können unterschiedlich stark sein und helfen bei der Einstufung in eine der Kategorien:

  1. Stufe 1

    Der Betroffene hat eine diagnostizierte Herzerkrankung, leidet subjektiv aber nicht unter Einschränkungen.

  2. Stufe 2

    Bei stärkerer Belastung und beim Sport zeigen sich Beschwerden. Diese treten zum Beispiel beim Treppensteigen über zwei Etagen auf.

  3. Stufe 3

    Die Beschwerden zeigen sich schon bei geringerer Belastung. Weniger als zwei Etagen reichen, um beim Treppensteigen Probleme zu haben.

  4. Stufe 4

    Die Beschwerden zeigen sich in völliger Ruhe und treten auch schon beim Liegen oder Sitzen auf.

Vorbeugen: Alltagstipps für das Treppensteigen nach Schlaganfall

Wichtig ist vor allem, sich nach einem Schlaganfall nicht zu übernehmen und vor allem auf die Signale des Körpers zu achten.

Es gilt, das richtige Maß zwischen aktuellen körperlichen Möglichkeiten und ausreichender Forderung zu finden. Es muss nicht komplett auf das Treppensteigen verzichtet werden, wenn zum Beispiel Hilfe wie hier im Video zu sehen vorhanden ist:

Video: Treppensteigen und Notfallsitz

Beim Treppensteigen aufwärts sollten Knie und Hüfte ganz bewusst gebeugt werden, außerdem ist es wichtig, den Oberkörper leicht nach vorn zu beugen. Beim Stolpern oder Verfehlen einer Stufe ist damit die Sturzgefahr geringer. Wer die Treppe hinabsteigt, sollte den Oberkörper leicht nach hinten lehnen.

Der Fuß muss ganz bewusst gesetzt werden, was vor allem für einen eventuell gelähmten Fuß gilt. Des Weiteren ist es wichtig, mit der Fußspitze auf die nächste Stufe zu zielen, damit ein Hängenbleiben mit der Fersen an der vorigen Stufe vermieden wird.

Herzschmerzen beim Treppensteigen

Beim Treppensteigen kann es leicht zu einer Überforderung des Herzens kommen. Dieses macht sich mit einem Druckgefühl, mit Schmerzen oder Stechen bemerkbar. Es ist nun nicht in der Lage, die Durchblutung aller Zellen sicherzustellen und den gesamten Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

Das kann sogar zu einer Ohnmacht führen. Ärzte raten daher, Schmerzen im Brustbereich ernst zu nehmen und eine entsprechende Untersuchung durch den Arzt durchführen zu lassen.

Möglicherweise stammen die Beschwerden von einem zu hohen Blutdruck, dem wiederum mit einem Blutdruckmedikamen entgegengewirkt wird. Dazu sollten EKG geschrieben werden, wobei eines in Ruhe und eines unter Belastung zu erstellen ist. Hier zeigt sich dann, ob das Herz belastungsabhängig reagiert.

Möglicherweise muss auch an das Vorliegen einer Herzschwäche gedacht werden. Koronare Herzerkrankungen äußern sich ebenfalls in einer geringeren Belastbarkeit und Kurzatmigkeit, welche sich im Alltag besonders häufig beim Treppensteigen zeigen.

Gerade hierbei wird der gesamte Organismus stark gefordert, das Herz muss kräftig pumpen. Ist es aufgrund einer Erkrankung dazu nicht mehr in der Lage, spürt der Betroffene dies durch Schmerzen. Ein Kardiologe sollte diese unbedingt untersuchen und nach erfolgter Diagnosestellung einen Therapieplan aufstellen.

Meist verschwinden die Beschwerden einer Herzschwäche, wenn sich der Betreffende ausruht. Halten die Schmerzen jedoch auch nach wenigen Minuten in Ruhe an, muss unbedingt an einen Herzinfarkt gedacht und entsprechend gehandelt werden.

Dies ist ein Fall für den Notarzt und nicht für das vorsichtige Anklingeln beim Hausarzt und die Frage, ob dieser denn heute noch einen Termin frei hätte!

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Über den Autor

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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