Kann Aspirin Schlaganfall verhindern?

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Aspirin ist als Schmerzstiller und Blutverdünner bekannt. Bei einem Schlaganfall kann Acetylsalicylsäure (ASS) sogar Todesfälle verhindern, allerdings nur im Falle eines ischämischen Hirnschlags. Das zu beurteilen ist Sache des Arztes.

Kann Aspirin einen Schlaganfall verhindern?

Ein Schlaganfall kündigt sich durch eindeutige Symptome an. Wer dank familiärer Vorbelastung oder bestimmten Erkrankungen wie Diabetes ein erhöhtes Risiko für eine solche Erkrankung hat, kommt vielleicht auf die Idee, Aspirin vorsichtshalber einzunehmen. Immerhin ist Acetylsalicylsäure, kurz ASS, ein Blutverdünner. Und wenn das Blut verdünnt wird, kann es keine Gerinnsel bilden!

So ähnlich sah es lange Zeit auch die Wissenschaft, doch mittlerweile ist bekannt, dass nicht alle Menschen vor einem Hirnschlag geschützt werden, wenn sie ASS einnehmen. Außerdem kann das Mittel auf Magen, Darm und Nieren extrem schädlich wirken, daher sollte niemand Aspirin dauerhaft einnehmen.

Typisches Symptom bei Hirnschlag: Plötzlich starke Kopfschmerzen

Bei einem Hirnschlag zeigen sich oft plötzlich heftigste Kopfschmerzen. Diese rühren daher, dass der Blutdruck enorm ansteigt. Der Körper versucht damit, die geringere Blutversorgung im Gehirn auszugleichen, die durch den Hirnschlag entstanden ist.

Wichtig für Menschen mit Migräne: Der Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und Schlaganfall ist durch mehrere Studien bewiesen worden. Menschen, die unter Migräne leiden, haben sogar ein um ein Vielfaches höheres Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden.

Untersuchungen belegen auch, dass die bei Hirnschlägen oft sehr starken Kopfschmerzen ein Indiz dafür sind, dass auch noch bis zu einem halben Jahr später starke Kopfschmerzen auftreten. Meist zeigen sich diese als starke Spannungskopfschmerzen, die nahezu therapieresistent sind.

Video: Axel Schulz berichtet über seinen eigenen Schlaganfall & Schlaganfall-Vorbeugung!

Weitere schlaganfalltypische Symptome

Die Kopfschmerzen sind das erste Symptom, das bei Hirnschlägen auftritt. Danach folgen meist die neurologischen Beschwerden, die durch Ausfälle in bestimmten Hirnregionen zu begründen sind. Vor allem das Sprachzentrum ist dabei häufig betroffen und stellt sich auch noch lange nach dem Anfall als therapiebedürftig dar.

Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • Sprachstörungen

    Teilweise können Betroffene gar nicht mehr sprechen, teilweise reden sie abgehackt oder haben Probleme bei der Wortfindung.

  • Bewusstseinsstörungen

    Nicht alle Betroffenen sind bewusstlos, einige sind auch orientierungslos und wissen nicht mehr, wo sie sind.

  • Lähmungen

    Lähmungen können teilweise oder halbseitig auftreten. Teilweise hängt ein Augenlid oder die Mundwinkel hängen herab. Betroffene können oft nicht lächeln.

  • Empfindungsstörungen

    Einzelne Gliedmaßen können kribbeln oder taub werden, teilweise kribbelt das Gesicht bzw. eine Gesichtshälfte.

  • Gehprobleme

    Betroffene können nicht laufen, haben einen schwankenden Gang oder stürzen leicht.

Nicht alle Symptome treten bei allen Schlaganfallpatienten auf, es handelt sich lediglich um die wichtigsten Beschwerden in Zusammenhang mit dieser Erkrankung.

Bei einem Hirnschlag zeigen sich oft plötzlich heftigste Kopfschmerzen. ( Foto: Shutterstock - metamorworks )

Bei einem Hirnschlag zeigen sich oft plötzlich heftigste Kopfschmerzen. ( Foto: Shutterstock – metamorworks )

Aspirin vor oder nach dem Hirnschlag als Wundermittel? (Video)

Es gab Zeiten, in denen wurde davon ausgegangen, dass sich Hirnschläge durch die regelmäßige präventive Einnahme von Acetylsalicylsäure verhindern ließen. Völlig gesunde Menschen nahmen oft jahrelang brav ihre Pillen ein – und wurden letzten Endes doch Opfer eines Hirnschlags. Heute weiß man: Aspirin schützt nicht alle!

Studien belegen die fehlende Wirksamkeit

Wirklich verhindern lassen sich Schlaganfälle kaum, vielmehr ist es eine gesunde Lebensweise mit der ausreichenden Versorgung mit Vitaminen und allem, was der Körper braucht, was zum Verhindern eines Anfalls beitragen kann. Auch nach einem Anfall nahmen in der Vergangenheit viele Patienten Aspirin ein, doch nicht jeder war vor einem weiteren Anfall geschützt. Die präventive Einnahme des Mittels ist daher umstritten.

Die australische ASPREE Studie hat sich mit der möglichen Wirksamkeit des Medikaments befasst und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Risiko ist bei der Einnahme höher als der zu erwartende Nutzen, denn: Das Risiko für Blutungen im Magen-Darm-Trakt steigt ebenso wie für Schädigungen der Niere, die das Mittel im Körper abbauen muss.

Die australischen Forscher haben in der ASPREE Studie den präventiven Nutzen von Aspirin untersucht und wollten herausfinden, ob das Mittel Schlaganfälle verhindern kann und der Nutzen das Risiko übersteigt. Es wurden zwei Vergleichsgruppen von Patienten gebildet, wobei es sich um eine Blindstudie handelte.

Die Patienten wussten demnach nicht, ob sie Aspirin oder ein Placebo erhielten. Am Ende gab es in beiden Gruppen gleich viele Hirnschläge, obwohl die eine Gruppe eine Therapie mit 100 mg Aspirin am Tag erhielt. Alle Teilnehmer brachten aber gewisse Vorerkrankungen bzw. Risikofaktoren mit, zu denen unter anderem Diabetes, Bluthochdruck und ein zu hoher Cholesterinspiegel zählten.

Wichtigstes Ergebnis der Studie: In beiden Gruppen waren gleich viele Patienten mit Schlaganfällen zu finden, gleichzeitig waren aber in der ASS-Gruppe mehr Menschen mit schweren Blutungen im Magen-Darm-Trakt zu finden. Gesunde Menschen werden demnach einem unnötigen Risiko durch die präventive Einnahme von ASS ausgesetzt.

Experten empfehlen nun, ASS nur im Notfall einzunehmen und auch dann nicht nach Eigenmedikation. ( Foto: Shutterstock -   waragon injan )

Experten empfehlen nun, ASS nur im Notfall einzunehmen und auch dann nicht nach Eigenmedikation. ( Foto: Shutterstock – waragon injan )

ASS nur im Notfall einnehmen

Experten empfehlen nun, ASS nur im Notfall einzunehmen und auch dann nicht nach Eigenmedikation. Das Problem ist, dass sich ohne genaue Hirnuntersuchung nicht herausfinden lässt, welche Ursache der Anfall hatte.

Ischämische Schlaganfälle beruhen auf einem Gerinnsel im Gehirn. ASS kann dazu beitragen, dieses Gerinnsel aufzulösen, weil es das Blut dünnflüssiger und damit fließfähiger macht. Diese Ursache kann jedoch nur ein Arzt feststellen. Handelt es sich um einen hämorrhagischen Anfall, ist dieser durch ein gerissenes Blutgefäß entstanden. Würde hier in Blutverdünner eingenommen werden, ließe sich im schlimmsten Fall der Tod des Patienten nicht mehr verhindern.

Die Blutung würde sich deutlich verstärken, was dann zum Tod führen könnte. Sogar die umgehende Einlieferung auf der Stroke Unit wäre nicht mehr rettend. Die Frage, ob Aspirin nach einem Hirnschlag helfen kann, muss demnach je nach Krankheitsbild beantwortet werden.

Schlaganfälle verhindern: Besser vorsorgen!

Nicht behandeln, sondern verhindern, sollte die Devise im Umgang mit Schlaganfällen lauten. Dabei lässt sich nicht jedes Risiko vermeiden, denn teilweise ist die Anfälligkeit für die Erkrankung genetisch bedingt bzw. steigt das Risiko, wenn auch in der Familie Schlaganfälle vorgekommen sind. Doch erhöhten Cholesterinwerten oder einem Bluthochdruck kann begegnet werden!

Die folgenden Punkte können helfen, Hirnschläge zu verhindern:

  • gesund und ausgewogen ernähren
  • Übergewicht verringern
  • Stress vermeiden
  • ausreichend bewegen
  • Sport treiben
  • nicht rauchen
  • wenig Alkohol genießen
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt wahrnehmen

Video: Leben nach dem Schlaganfall Doku (2013)

FAQ zum Hirnschlag

Ist Aspirin gut bei Schlaganfall?

Aspirin kann bei einem ischämischen Schlaganfall (durch ein Gerinnsel ausgelöst) helfen und das Blut verdünnen. Das Gerinnsel kann aufgelöst werden. Bei einem hämorrhagischen Hirnschlag (durch eine gerissene Arterie ausgelöst) aber kann Aspirin die Blutung verstärken und zum Tod führen. Bei Verdacht auf Hirnschlag daher immer den Notarzt rufen und nie auf eigene Faust Aspirin einnehmen!

Was ist ein Mini Schlaganfall?

Ein Mini Schlaganfall ist eine „transitorische ischämische Attacke“ mit ähnlichen Symptomen wie bei einem echten Schlaganfall. Die Symptome vergehen aber binnen weniger Minuten wieder. Der Mini Hirnschlag gilt als Vorbote eines großen Schlaganfalls und wird durch eine Durchblutungsstörung ausgelöst. Typische Symptome sind Sehstörungen, halbseitige Lähmungserscheinungen, Schwindel, Doppelsehen und Sprachstörungen. Der Mini Schlaganfall ist immer ein Fall für den Notarzt bzw. die Abklärung auf der Stroke Unit des Krankenhauses.

Welche Vitamine helfen am besten nach einem Schlaganfall?

Verschiedene Vitamine können nach einem Schlaganfall helfen, den Körper wieder zu regenerieren. Vor allem Vitamin D und B12 können wertvolle Hilfen für den Körper sein. Auch Probiotika können helfen, weil sie den Darm mit gesunden Bakterien unterstützen.

Damit wiederum kann der gesamte Stoffwechsel angekurbelt werden, der Körper kann Vitamine und Mineralien besser aufnehmen. Auch Vitamin B3, DHA und das Coenzym Q10 können helfen, nach einem Hirnschlag wieder zu genesen bzw. langfristige Folgen abzumildern. Ebenso ist es möglich, durch die gesunde Ernährung einen Hirnschlag zu verhindern.>

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Über den Autor

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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