Schlampiger Umgang mit der eigenen Gesundheit: Warum Schlaganfälle nicht verhindert werden

Ein Schlaganfall ist kaum vorherzusehen und trifft einen aus heiterem Himmel. Das ist immer noch die weit verbreitete Meinung vieler Menschen. Stimmt aber nicht, denn unzählige Menschen könnten jedes Jahr vor einem Hirnschlag bewahrt werden und noch dazu könnten Hunderte Millionen Euro an Behandlungskosten gespart werden. Das Problem ist jedoch die nicht rechtzeitige Früherkennung und der leichtsinnige Umgang mit den nötigen Medikamenten.

Der neue Versorgungsreport der DAK zeigt, dass fast 10.000 Menschen in Deutschland vor einem Schlaganfall, der oft den Tod oder folgenschwere und kostenintensive Behinderungen nach sich zieht, geschützt werden könnten. Doch dafür ist eine konsequentere und verantwortungsvollere Begegnung von Ärzten und Patienten mit der Erkrankung nötig, die oftmals die Ursache eines Apoplex (=Schlaganfall) ist: die Rede ist von dem Vorhofflimmern.

Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden an der Herzrhythmusstörung, bei einem Drittel wird die gestörte Erregungsleitung im Herzvorhof allerdings nicht entdeckt. Selbst von denen, die das Vorhofflimmern diagnostiziert bekamen, wird nur die Hälfte mit den wirksamsten Medikamenten, den gerinnungshemmenden oralen Antikoagulantien, behandelt.

Eine frühzeitige Behandlung des Vorhofflimmerns würde nicht nur den Patienten zu Gute kommen, die nach einem Gehirnschlag meist für den Rest ihres Lebens an schweren Behinderungen und Folgebeschwerden leiden, sondern auch den Krankenkassen. Denn statistisch gesehen kostet jeder Schlaganfallpatient für die Restzeit seines Lebens rund 43.000 Euro.

Schuld an der versäumten Behandlung des Vorhofflimmerns sind aber keinesfalls nur die Ärzte und Kliniken. Viele Studien belegen, dass zahlreiche Patienten ihre Vorerkrankungen nicht ernst genug nehmen und dementsprechend die Behandlung und Therapie der Krankheiten nicht gewissenhaft genug verfolgen und auch die verordneten Medikamente nicht regelmäßig einnehmen. Bei den Krankenkassen gibt es deshalb nun verschiedene Pilotstudien, die die Bereitschaft zur regelmäßigen Einnahme von Tabletten und zur körperlichen Vorbeugung verbessern sollen.


Bildnachweis: © Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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Über Stefan Waldmüller

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