Schlaganfall - Stammzell-Therapie repariert Hirnschäden

03.09.2011 | München
Ein Schlaganfall verursacht nicht selten bleibende Hirnschäden. In der Folge kann es zu Gesichtslähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Bewegungseinschränkungen oder Sprachproblemen kommen. Eine Stammzell-Therapie soll geschädigte Hirnareale reparieren.

Neue Hoffnung für Schlaganfallpatienten: Mit Stammzellen wollen Forscher künftig die Nerven ersetzen, die durch den Hirnschlag geschädigt wurden. Denn als Folge des Schlaganfalls ist die Blutversorgung zu Teilen des Gehirns unterbrochen, Nervenzellen sterben ab. Die Forscher hoffen, dass die Stammzellen genau diese fehlenden Nerven eines Tages ersetzen können.

Die umstrittene Pilotstudie zur Stammzelltherapie des Forscherteams um Keith Muir von der University of Glasgow hat die erste Phase überstanden. Im vergangenen Jahr spritzten die Forscher einem Schlaganfall-Patienten Stammzellen ins Gehirn. Danach wurden zwei weiteren Patienten Stammzellen injiziert. Eine unabhängige Beurteilung dieser ersten drei Patienten ergab keine negativen Nebenwirkungen des neuen möglichen Therapieansatzes. Damit war der Weg frei für weitere Tests, um einen neuen Behandlungsansatz für Schlaganfälle zu finden.

Verzicht auf fötale Stammzellen

Die Studie war in Kritik geraten, weil die Forscher für die Behandlung Zellen eingesetzt hatten, die aus einem menschlichen Fötus stammten. Dieses Problem ist behoben, seit Michael Hunt, Vorsitzender des Unternehmens ReNeuron erklärte, dass keine Föten mehr eingesetzt werden. Ein Labor der englischen Firma hatte die umstrittenen Zellen aufbereitet.

Klinischer Einsatz dauert noch

Im Laufe des kommenden Jahres sollen bis zu neun weitere Patienten immer größere Mengen der Stammzellen injiziert bekommen. Zusätzlich soll die klinische Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit weiterer und größerer Studien benutzt werden. Bis die Behandlungsansätze aber für den klinischen Einsatz zur Verfügung stehen, wird es noch dauern. Laut Michael Hunt ist damit frühestens in fünf Jahren zu rechnen.

Quelle: Pressemeldung Focus Online

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