Differenz zwischen Wissenschaft und Praxis!

18.10.2007 | Schwäbisch Gmünd
GEK-Report akut-stationäre Versorgung 2007

Wer heute als Herzpatient ins Krankenhaus muss, wird deutlich anders behandelt als noch vor 10 Jahren. Bei Herzinfarkten und bei der koronaren Herzkrankheit setzt die Medizin ganz neue Verfahren ein, die das Leben verlängern und die Lebensqualität der Patienten verbessern sollen. Der aktuelle GEK-Report akut-stationäre Versorgung 2007 zeigt allerdings, dass Herzpatienten noch nicht in dem Maße von modernen Verfahren profitieren, wie klinische Studien dies vermuten ließen. Vor dem Hintergrund einer sehr lautstark geführten Diskussion über die finanzielle Situation deutscher Krankenhäuser leistet der GEK-Report akut-stationäre Versorgung einen sachlichen Beitrag zu mehr Transparenz in der stationären Versorgung.

Die Gmünder ErsatzKasse GEK und das Institut für Sozialmedizin (ISEG), Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung Hannover haben die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zu diesen neuen Techniken in der Herzmedizin zusammengetragen und mit den tatsächlichen Erfahrungen der betroffenen GEK Patienten verglichen.

Die Ergebnisse liegen jetzt auf 253 Seiten im GEK-Report akut-stationäre Versorgung 2007 vor. Über das Schwerpunktthema "Koronare Herzkrankheit" und die dort verwendeten Behandlungsmethoden hinaus liefert der Report einen umfassenden Eindruck vom Leistungsgeschehen in deutschen Krankenhäusern, dargestellt anhand von GEK-Datenerhebungen.

Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz von der Medizinischen Hochschule Hannover, unter dessen Leitung das ISEG-Institut diese Analysen durchgeführt hat, fasste die Ergebnisse zur Herzmedizin wie folgt zusammen: "Was wir jetzt aus den Daten dieser Patienten und aus den Befragungsergebnissen wissen, passt nicht immer zu den Ergebnissen klinischer Studien. Zwischen Wissenschaft und Praxis klafft eine Differenz."

Diese Differenz sieht man zum Beispiel bei den "Stents", also kleinen Stabilisatoren in Form von Draht-Röhrchen, die in zu enge Stellen in den Herzkranzgefäßen eingesetzt werden. Ein Teil dieser Stents ist mit speziellen Medikamenten beschichtet. Diese Beschichtung soll nach neuesten britischen Studien zu einer Verringerung der Re-Interventionsrate um 38 bis 50 Prozent führen. Das heißt: Weit mehr als ein Drittel der Patienten soll von diesen mit Medikamenten beschichteten Stents profitieren, wenn sie statt der normalen Stents eingesetzt werden. Tatsächlich fanden sich in den Zahlen der GEK nur bei etwa 20 Prozent der Patienten Verbesserungen.

GEK Chef Dieter Hebel nahm die Veröffentlichung des GEK-Reports akut-stationäre Versorgung 2007 zum Anlass, in der aktuellen Diskussion über die wirtschaftliche Situation deutscher Krankenhäuser mehr Sachlichkeit anzumahnen. Er erinnerte daran, dass sich viele Krankenhäuser bereits dem schärferen Wettbewerb gestellt hätten und durchaus erfolgreich wirtschafteten. Hebel kritisierte: "Es kann doch nicht sein, dass die Krankenhauskosten weiterhin ernorm steigen, obwohl die Verweildauer im Krankenhaus in den letzten Jahren stark abgenommen hat."

Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK

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