Arzneimittelfälschungen: Indien vor Syrien und VAE
Indien liegt als Herkunftsland von gefälschten Arzneimitteln mit 51,62 Prozent aller entdeckten Packungen vor Syrien (36,37 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (8,66 Prozent). Das belegen die jüngsten Zahlen der Europäischen Kommission über vom Zoll in den EU-Staaten untersuchte Waren im Jahr 2008. Insgesamt wurden europaweit an den Grenzen 3.207 Fälle von Arzneimittelfälschungen registriert, wobei 8.891.056 Medikamentenpackungen aufgegriffen wurden. "Renner" waren Potenzmittel, aber auch Cholesterin- und Blutdrucksenker sowie Mittel gegen Osteoporose gehörten dazu.
Nach Angaben der EU-Kommission sind 65 Prozent der Fälle im Postverkehr aufgetreten; sie machten allerdings weniger als 2 Prozent aller Packungskopien aus. Die meisten gefälschten Produkte wurden dagegen in der Luftfracht (50 Prozent) und Seefracht (36 Prozent) registriert. Das EU-weite Aktionsprogramm MEDI-FAKE trug wesentlich zum Fahndungserfolg 2008 bei: Mehr als 34 Millionen illegale Tabletten wurden europaweit sichergestellt, darunter Schmerztabletten, Mittel gegen Malaria und Ausgangsstoffe für Drogen.
"Politik und Behörden müssen noch stärker gegen skrupellose Arzneimittelfälscher vorgehen", fordert Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. "Patienten und Verbraucher haben ein Recht darauf, gegen illegale ausländische Internetapotheken geschützt zu werden. In der Apotheke nebenan können die Kunden in Deutschland zumindest sicher sein, ein echtes Arzneimittel zu erhalten."
Quelle: Pressemeldung Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
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