2. Sächsisches Selbsthilfeforum in Leipzig: "Mit Krankheit besser leben"

20.09.2007 | Augsburg
Wie können Patienten mit ihrer Krankheit besser leben? Dieser Frage widmete sich das 2. Sächsische Selbsthilfeforum am 5. September in Leipzig. Das Forum wurde vom Sächsischen Apothekerverband (SAV) und der betapharm Arzneimittel GmbH vor einem Jahr ins Leben gerufen. Ziel des Forums ist es, die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Apothekern und Selbsthilfegruppen zu fördern.

Angeregt durch den großen Erfolg im letzten Jahr übernahm in diesem Jahr die sächsische Sozialministerin Helma Orosz die Schirmherrschaft. Gerade in Sachsen sei ein Austausch besonders von Nöten, so Jochen Schnabel, Referatsleiter im sächsischen Sozialministerium. "Sachsen ist das Bundesland mit der ältesten Bevölkerung."

Die demographische Entwicklung dürfte zu einer enormen Herausforderung für das Gesundheitssystem werden. Zum einen nimmt die Anzahl der chronisch Kranken zu. Zum anderen aber tritt "der klassische Chroniker in Konkurrenz zu Erkrankten, die heute in der Pflege aufgehoben sind wie Demente oder Alzheimer-Patienten", beschrieb betapharm-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Niedermaier die Lage. Gerade Apotheker können hier als wichtige Ansprechpartner und Informanten für die Patienten fungieren. "Viele Informationen erfahren sie nur unzureichend", berichtete die stellvertretende Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes Eike Barthel.

Und viele Informationen sind so komplex, dass sie für die meisten Patienten kaum mehr zu durchschauen sind. 400 bis 500 Seiten Gesetzesliste könne selbst er als hauptamtlicher Geschäftsführer einer Selbsthilfegruppe nur noch schwer bewältigen, so Ludwig Hammel vom Bundesverband Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew. Er begrüßte daher die Entwicklung in Apotheken, "hin zu mehr Beratung in sozialen Fragen". Apotheker könnten gerade für chronisch Kranke viele Hilfen bieten, führte Apothekerin Barthel aus: "Zum Beispiel vertiefende Informationen zur Krankheit geben, Kontakte zu Selbsthilfegruppen herstellen oder sogar die Gründung von Selbsthilfegruppen initiieren."

Dazu brauchen die Apotheker natürlich auch viel Wissen. "Es geht hier um die Frage, wie können wir all diese Patienten nicht nur medikamentös versorgen, sondern auch in sozialen Belangen beistehen?", erklärte betapharm-Geschäftsführer Niedermaier.

Zum Beispiel über aktuelle Veränderungen durch die Gesundheitsreform wie momentan die hochkomplexen Rabattverträge von Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern, die einen hohen Erklärungsbedarf in der Bevölkerung generieren, welchen die Apotheken derzeit zu schultern haben. Das können aber auch Fragen von Patienten sein wie: "Wie bekomme ich einen Behindertenausweis?" oder: "Wo gibt es eine Selbsthilfegruppe für Diabetiker in meiner Nähe?"

Damit Apotheker in solchen Themen noch fitter werden, stellt betapharm ihnen das Wissenssystem betaCare zur Verfügung. Die Sächsischen Apotheker haben jetzt auch die Möglichkeit, betaCare nicht nur zu nutzen, sondern sich auch im Umgang darin schulen zu lassen. Denn betapharm und der Sächsische Apothekerverband haben in diesem Jahr einen Kooperationsvertrag zu betaCare geschlossen.

Weiterbildung und Austausch wurde aber nicht nur durch die Referenten vermittelt, sondern auch im Rahmen von drei praxisnahen Workshops. Zu den Themen "Kommunikation", "betaCare Wissenssystem" und "Zusammenarbeit von Apotheken mit Selbsthilfegruppen in der Praxis" diskutierten Apotheker und Selbsthilfevertreter gemeinsam. Und das sicher nicht zum letzten Mal. Im nächsten Jahr können Apotheker und Selbsthilfegruppen die Vernetzung beim 3. Sächsischen Selbsthilfeforum in Chemnitz fortsetzen. Ein Anliegen, das gerade Eike Bartel vom SAV besonders am Herzen liegt: "Die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Selbsthilfevertreten funktioniert nur partnerschaftlich. Dazu müssen wir die Verzahnung weiter ausbauen."

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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